{"id":588,"date":"2019-10-14T20:38:30","date_gmt":"2019-10-14T18:38:30","guid":{"rendered":"https:\/\/senryaku.uber.space\/?page_id=588"},"modified":"2019-11-23T11:57:03","modified_gmt":"2019-11-23T10:57:03","slug":"gedanken-zum-bujinkan-von-t-zimmer","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/senryaku.uber.space\/?page_id=588","title":{"rendered":"Gedanken zum Bujinkan"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Meine Gedanken zum Bujinkan<br> Mein Lehrer Martin bat mich vor einiger Zeit, meine Gedanken zum Bujinkan zu Papier zu bringen. Anfangs dachte ich, das wird leicht. Umso mehr ich allerdings dar\u00fcber nachdachte, desto mehr wurde mir klar, dass es nicht einfach wird, den richtigen Anfang zu finden. Mein Werdegang ist sicher keiner, der sich in irgendeiner Art und Weise vom Werdegang anderer Budoka abhebt. Deshalb schloss ich diese Art von Text fr\u00fch aus. Auch eine Beschreibung meiner Gedanken zu bestimmten Techniken kam mir nicht richtig vor, da es zum einen eine Menge Beschreibungen dieser Art gibt und zum anderen eine Menge Leute, die daf\u00fcr deutlich qualifizierter sind als ich. Nach einiger Zeit des Nachdenkens hatte ich dann ein Thema f\u00fcr diesen Text gefunden: Ich w\u00fcrde beschreiben, wie sich meine Einstellung zum Bujinkan im Laufe der Jahre ver\u00e4ndert hat. Auch hier fiel mir der Anfang nicht wirklich leicht. Auch bei diesem Thema w\u00fcrde es sicher Punkte geben, die sich mit den Erfahrungen anderer \u00fcberschneiden. Allerdings empfand ich den Gedanken daran bei diesem Thema als passender, wenn sich der ein oder andere Leser vielleicht darin wiederfinden w\u00fcrde. Also beschloss ich, es mit meiner &#8222;Einstellung&#8220; zum Bujinkan zu versuchen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Alles begann mit meiner Suche nach einer sportlichen Bet\u00e4tigung, die mir Freude bereiten und meinem K\u00f6rper gut tun k\u00f6nnte. Ich wei\u00df bis heute nicht, wieso ich damals beim Bujinkan h\u00e4ngengeblieben bin, denn diese Kunst war von Anfang an f\u00fcr mich harte Arbeit. Nichts funktionierte. Gut m\u00f6glich, dass gerade diese Herausforderung der Grund war, der mich damals motiviert hat. Vielleicht wollte ich mir selbst beweisen, dass ich Dinge erlernen kann, die mir nicht liegen, solange ich nur den n\u00f6tigen Willen daf\u00fcr aufbringe. Bujinkan war anfangs in erster Linie ein Sport f\u00fcr mich, um meinen K\u00f6rper zu kr\u00e4ftigen und meine Bewegungsf\u00e4higkeit zu erh\u00f6hen. Ja, heute liegt mir nichts ferner, als dass ich Bujinkan als einen Sport bezeichnen w\u00fcrde. Allerdings bestand damals das Bujinkan f\u00fcr mich eben vor allem aus diesem sportlichen Aspekt. Mehr Training f\u00fchrt zu h\u00f6herer Ausdauer und K\u00f6rperkraft und mehr Wissen um die Techniken, was dann zu h\u00f6heren Chancen in Auseinandersetzungen f\u00fchrt. Ich denke, dass diese Sichtweise nach wie vor legitim ist, denn es ist ein Weg, den viele andere Menschen in unterschiedlichen Kampfsportarten gehen. Allerdings begann ich irgendwann damit, mich von dieser Einstellung zu l\u00f6sen. Zum einen war ich nie ein Typ f\u00fcr solche Auseinandersetzungen und wenn ich ehrlich bin, habe ich in meinem ganzen Leben noch nie wirklich um meine Haut k\u00e4mpfen m\u00fcssen. Auch wenn das Kr\u00e4ftemessen mit meinen Trainingspartnern mir auch oft Freude bereitete, beschloss ich irgendwann, dass das so blieben soll, obwohl ich schon einige Male geh\u00f6rt habe, dass es wichtig ist, mal in einer richtigen Auseinandersetzung gewesen zu sein, um wirklich ein Kampfk\u00fcnstler zu werden. Zum anderen durchlebt jeder Mensch gute und weniger gute Zeiten. Bei mir waren es weniger gute Zeiten, die die Frequenz meiner Trainingsbesuche ansteigen lie\u00dfen. Auch erste Seminarbesuche \u00f6ffneten mir langsam die Augen, so dass ich allm\u00e4hlich erkannte, dass Bujinkan mehr ist, als ein Sport. \u00dcber das Bujinkan lernte ich, Dinge zu erdulden, die ich nicht \u00e4ndern kann. Au\u00dferdem fand ich eine Menge neuer Freunde, zun\u00e4chst in Deutschland und ab einem gewissen Zeitpunkt auch aus einigen anderen L\u00e4ndern. Von einem Sport entwickelte sich das Bujinkan zu einer Art Komfortzone, in der ich mich sehr wohl f\u00fchlte, obwohl das Training aus Schwei\u00df, Tr\u00e4nen und manchmal auch aus Blut bestand. In dieser Zeit habe ich mir nie viele Gedanken dar\u00fcber gemacht, was Bujinkan eigentlich bedeutet. Ich wusste nur, dass ich eine Kunst erlerne und keinem Sport mehr nachgehe. Dieser Gedanke war allerdings irgendwann nicht mehr genug. Sp\u00e4testens an dem Punkt, an dem ich damit angefangen habe zu versuchen, andere f\u00fcr diese Kunst zu motivieren, musste ich mich wirklich damit auseinandersetzen, was das Bujinkan genau f\u00fcr mich bedeutet. Ich begann dar\u00fcber nachzudenken, welche Dinge aus dem Bujinkan bewusst oder unbewusst in den Rest meines Lebens eingesickert sind. Bewusst habe ich zum Beispiel meine K\u00f6rperhaltung und meine Bewegungen ver\u00e4ndert. Immer wieder erwischte ich mich dabei, dass ich dar\u00fcber nachdachte, wie ich mich ges\u00fcnder, effizienter oder sicherer bewegen kann, obwohl ich nicht &#8222;im Training&#8220; bin. Das war der Moment, in dem der Satz &#8222;wir sind immer im Training&#8220; f\u00fcr mich auch endg\u00fcltig mehr war als eine Floskel. Bujinkan hat mich gelehrt, dass es nicht nur in einem Kampf besser ist, die Ruhe zu bewahren und entspannt zu bleiben, sondern auch in anderen Konfiktsituationen. Das eigene Ego kann in vielen Situationen ein gr\u00f6\u00dferer Feind sein als das Gegen\u00fcber. Auch wenn gerade diese Aussage oft auch auf Seminaren f\u00e4llt, denke ich, dass das eine sehr schwierige Erkenntnis ist. Ich habe mir von meiner ersten Japanreise zwei Worte mitgebracht, die am besten zusammenfassen, was mir im Bujinkan am wichtigsten ist: Nintai Jisei \u2013 Beharrlichkeit und Selbstbeherrschung. Allerdings m\u00f6chte ich diese Worte nicht nur auf das Bujinkan beschr\u00e4nken, sondern es ist die Maxime, die ich auf mein Leben \u00fcbertragen habe. Und das ist auch der Punkt, an dem die Grenze zwischen &#8222;Bujinkan&#8220; und &#8222;Leben&#8220; verschwimmt. Ich glaube nicht, dass das das Ende der Reise ist, was meine Einstellung zum Bujinkan betrifft. Allerdings f\u00fchlt es sich richtig an, dass die Einstellung, die ich zum Bujinkan habe, zu einer Einstellung geworden ist, die ich zum Leben habe. Beharrlichkeit hat mich zu diesem Punkt gebracht und Selbstbeherrschung ist die Belohnung, die ich f\u00fcr diese Beharrlichkeit erhalten habe. Auch dieser Satz f\u00e4llt oft, wenn wir Lehrg\u00e4nge besuchen: &#8222;Es gibt keine Abk\u00fcrzung!&#8220; Es geh\u00f6rt eine Menge Beharrlichkeit dazu, diesen langen Weg zu gehen und ich wei\u00df, dass ich nicht einmal ann\u00e4hernd die H\u00e4lfte davon geschafft habe. Ich w\u00fcnsche allen, die ich kenne, von Herzen diese Beharrlichkeit. Die Belohnung, die auf dem Weg wartet ist sicher nicht immer die gleiche und vielleicht kommt sie auch nicht immer in der gleichen Reihenfolge.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><br> Tobias Zimmer, 24.09.2019<br> Nidan Bujinkan Budo Taijutsu<\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-center shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook\" data-url=\"https%3A%2F%2Fsenryaku.uber.space%2F%3Fpage_id%3D588\" data-timestamp=\"1574510223\" data-backendurl=\"?rest_route=\/shariff\/v1\/share_counts&\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fsenryaku.uber.space%2F%3Fpage_id%3D588\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><\/ul><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine Gedanken zum Bujinkan Mein Lehrer Martin bat mich vor einiger Zeit, meine Gedanken zum Bujinkan zu Papier zu bringen. 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